Donnerstag, 09. Okt 2025 von 10:00 bis 12:00 Uhr

Städtebauliche Verträge – Unterschätztes Instrument für Klimaschutz und Energiewende in Kommunen
Donnerstag, 09. Okt 2025 von 10:00 bis 12:00 Uhr
Wie können Städtebauliche Verträge genutzt werden, um kommunale Klimaschutz- und Energiewendeziele konkret und verbindlich umzusetzen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt der digitalen Veranstaltung „Städtebauliche Verträge – Unterschätztes Instrument für Klimaschutz und Energiewende“, die am 9. Oktober 2025 im Rahmen der Reihe „Kommunen im Austausch: Energiewende aktiv gestalten“ stattfand. Teilnehmende aus Kommunen, Verwaltung, Planung und Beratung nutzten die Gelegenheit, um mehr über rechtliche Grundlagen, Praxisbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten des Instruments zu erfahren.
Nach der Begrüßung durch Kaspar Tyrichter von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führte Prof. Anja Hentschel (Hochschule Darmstadt) in die rechtlichen und planerischen Grundlagen städtebaulicher Verträge ein. Sie zeigte auf, wie Kommunen durch frühzeitige vertragliche Vereinbarungen mit Investoren verbindliche Ziele für Energieeffizienz, Mobilität, Grünflächen oder soziale Infrastruktur festschreiben können – und wie sich so langfristige Mehrwerte für die Stadtentwicklung sichern lassen.
Im Anschluss erläuterte Andreas Große (Anwaltskanzlei Becker Büttner Held) die Ausgestaltung städtebaulicher Verträge. Er betonte, dass klare Abgrenzungen zwischen freiwilligen Leistungen und rechtlich zulässigen Verpflichtungen entscheidend sind, um Anfechtungsrisiken zu vermeiden. Kommunen sollten ihre Vertragsgestaltung strategisch nutzen, um Qualität, Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in Einklang zu bringen.
Ein eindrucksvolles Praxisbeispiel präsentierte Robert Persch vom Umweltamt Heidelberg mit der „Bahnstadt Heidelberg“. Das Quartier gilt als eines der größten Passivhaus-Stadtteile weltweit und zeigt, wie durch städtebauliche Verträge ambitionierte Klimaschutzziele, nachhaltige Energieversorgung und soziale Infrastruktur erfolgreich kombiniert werden können.
Im Anschluss bot ein interaktives Austausch-Format den Teilnehmenden Gelegenheit zum fachlichen Austausch in Kleingruppen. Dabei standen Fragen zur Übertragbarkeit auf kleinere und mittelgroße Kommunen, zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie zur Integration von Klimaschutz- und Energiezielen in Planungsverfahren im Mittelpunkt.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurde deutlich: Städtebauliche Verträge sind weit mehr als ein juristisches Nischeninstrument – sie bieten Kommunen konkrete und rechtssichere Handlungsmöglichkeiten, um Energiewende- und Klimaziele vor Ort umzusetzen, Kosten zu steuern und nachhaltige Stadtentwicklung aktiv zu gestalten.
Die Präsentationen der Vortragenden finden Sie hier:
Datum:
Donnerstag, 09. Okt 2025
Zeit:
10:00 - 12:00 Uhr