Kommunen im Austausch: Energiewende aktiv gestalten

Mitreden, mitgestalten, mittragen – Bürgerinnen und Bürger für Energiewendeprojekte gewinnen

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Montag, 18. Mai 2026 von 9:00 bis 12:30 Uhr

VeranstaltungstitelMitreden, mitgestalten, mittragen – Bürgerinnen und Bürger für Energiewendeprojekte gewinnen
Leitfrage der VeranstaltungWie binde ich Bürgerinnen und Bürger so in Energieprojekte ein, dass Akzeptanz entsteht und Projekte über die gesamte Laufzeit getragen werden?
VeranstaltungsortAußerschulischer Lernstandort "Saerbecker Energiewelten"
48369 Saerbeck

sowie virtuell über Zoom
DatumMontag, 18. Mai 2026 von 9:00 bis 14:30 Uhr 
(ab 12:30 Uhr Mittagessen und Exkursion für Vor-Ort-Teilnehmende)

Thematik / Einleitung

Der Erfolg von Energiewende-Projekten hängt maßgeblich davon ab, ob sie von den Akteuren vor Ort getragen werden. Informelle Beteiligungsformate sind hierbei ein bewährtes Mittel, um sowohl Akzeptanz als auch Vertrauen der Bevölkerung zu stärken.

Besonders eine frühzeitige Einbindung zahlt sich aus: Sie ermöglicht die Nutzung lokalen Wissens, baut Widerstände ab und beugt Konflikten vor – was letztlich eine zügigere Umsetzung der Vorhaben begünstigt.

Die Klimakommune Saerbeck macht es vor: Sie zeigt, wie gemeinsam mit der Bevölkerung große Projekte der Energiewende – von Biogas bis Photovoltaik – finanziert und umgesetzt werden können.

Programm & Speaker:innen

Nach der Begrüßung durch das Moderationsteam hieß auch der Bürgermeister der Klimakommune Saerbeck, Dr. Tobias Lehberg, die Teilnehmenden herzlich willkommen. Er unterstrich die Bedeutung von Beteiligung in ihren verschiedenen Formen – denn nur so könnten Projekte nicht bloß akzeptiert, sondern von der Bürgerschaft aktiv mitgetragen werden. Zugleich lud er die virtuell Zugeschalteten ein, sich künftig persönlich vor Ort ein Bild vom Bioenergiepark in Saerbeck zu machen.

Es folgte eine Einführung in das Thema informelle Beteiligung durch Hannah Schmude von PD – Berater der öffentlichen Hand. Sie zeigte auf, wie informelle Formate formelle Beteiligungsverfahren sinnvoll ergänzen können – und wo ihre Grenzen liegen.

Herr Frank Zimmermann von ifok widmete sich in seinem Vortrag den Vorteilen von Bürgerbeteiligung und betonte dabei, dass nachhaltiger Erfolg nicht allein auf der Sachebene entsteht, sondern ebenso auf der Beziehungsebene. Anhand anschaulicher Beispiele verdeutlichte er, wie eine aktiv mitgestaltende Beteiligung die planerische und fachliche Arbeit von Kommunen bereichert und das Gesamtvorhaben erleichtern kann. Sein zentrales Fazit: Während in klassischen Prozessen Entscheidungen zunächst verwaltungsintern getroffen und anschließend gegenüber der Öffentlichkeit verteidigt werden müssen, stellt eine frühzeitige Bürgerbeteiligung die relevanten Fragen gleich zu Beginn – und beantwortet sie gemeinsam. Die Folge: Projekte werden von der Bürgerschaft mitgetragen, langwierige Verteidigungs- und Umplanungsprozesse entfallen, und Vorhaben lassen sich insgesamt zügiger realisieren.

Ergänzend stellte Herr Zimmermann die Beteiligungsplanung entlang der W-Fragen vor, zu der die Teilnehmenden vor Ort auch eine praktische Übungsaufgabe bearbeiteten.

Im zweiten Fachvortrag stellten Herr Benjamin Müller und Herr Hannes Schuster von der Allianz für Beteiligung zunächst ihre Organisation vor, bevor sie einem zentralen Grundsatz guter Bürgerbeteiligung nachgingen: Beteiligung gelingt nur dann wirklich, wenn sie vielfältig ist – das heißt, wenn alle von einer Entscheidung betroffenen Gruppen angemessen vertreten sind, einschließlich solcher, die häufig weniger sichtbar sind oder als zurückhaltend gelten. Möglich wird dies durch den gezielten Abbau von Barrieren und eine breitere Streuung von Beteiligungsmöglichkeiten. Als praktisches Hilfsmittel zur Identifikation relevanter Personengruppen und geeigneter Formate wurde die Beteiligungs-Toolbox der Allianz für Beteiligung vorgestellt.

Den Abschluss der Fachvorträge gestalteten Herr Sammler, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz in Saerbeck und Frau Dr. Stander-Dulisch, Projektmitarbeiterin beim Förderverein der Klimakommune Saerbeck mit einem lebendigen Einblick in die Praxis vor Ort. Nach einer Vorstellung der Klimakommune Saerbeck blickten sie auf vergangene Bürgerbeteiligungsformate beim Aufbau der Klimakommune und des Bioenergieparks zurück. Frau Dr. Stander-Dulisch vertiefte anschließend, wie Saerbeck die Menschen bei verschiedenen Fragestellungen und in unterschiedlichen Formaten eingebunden hat – und hob dabei die Bedeutung von Transparenz als durchgängiges Prinzip hervor. Sie gab zudem einen Ausblick auf kommende Beteiligungsideen im Rahmen der Wärmewende und schloss mit einem Blick auf Erfolgsfaktoren, die Beteiligung in Saerbeck so wirksam machen. Hierzu zählen bspw. echte Teilhabe von Anfang an und Bildung für den Klimaschutz als Schlüssel zu den Menschen.

Publikum: Rund 84 Teilnehmende, davon 19 vor Ort

Zentrale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für Kommunen

Planung und Beteiligung sollten Hand-in-Hand gehen. Die Fachplanung gibt den Rahmen des Möglichen vor, die Beteiligung dient der weiteren Ausgestaltung und zur frühzeitigen Klärung von Fragen oder Bedenken.eranstaltungsbeschreibung

Eine frühzeitige Einbindung der Akteure vor Ort, kann die Umsetzung von Projekten beschleunigen, indem wichtige Fragen vorab gestellt und in der weiteren Planung berücksichtigt werden.

Bei der Beteiligung sollten alle betroffenen Personengruppen mitgedacht werden. Hierbei ist es wichtig, auch Formate an die Bedürfnisse dieser anzupassen, bspw. Veranstaltungen in den Feierabend zu legen und in diesem Fall auch Verpflegung mit einzuplanen.

Eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung ist für Energiewendeprojekte entscheidend, um Akzeptanz und Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Insbesondere eine frühzeitige Einbindung bietet Vorteile, die für die spätere Umsetzung der Vorhaben entscheidend sein können. Dazu gehört die Nutzung von lokalem Wissen, Reduktion von Widerständen in der Bevölkerung und die Vermeidung von Konflikten.

Eine Besonderheit im Energiesektor ist außerdem die mögliche Motivationssteigerung durch finanzielle oder organisatorische Teilhabe.

Gleichzeitig fördert Beteiligung Transparenz und demokratische Mitgestaltung, sodass die Energiewende sozial, ökologisch und wirtschaftlich erfolgreicher umgesetzt werden kann.

Im Rahmen dieser Hybridveranstaltung widmen wir uns der Frage, wie Kommunen Bürgerinnen und Bürger in Energieprojekte einbinden können, sodass Akzeptanz entsteht und Projekte über die gesamte Laufzeit getragen werden.

Die Veranstaltung richtet sich wie immer an Menschen, die das Leben in den kleinen Kommunen in Deutschland mitgestalten – allen voran die Kommunalverwaltung und -politik.

Impressionen / Bilder

Vorträge und Übung:


Exkursion:

Vernetzungssteckbrief

Sofern Sie sich über die Veranstaltung hinaus mit anderen Teilnehmenden vernetzen möchten, können Sie den nachfolgenden Vernetzungssteckbrief ausfüllen und an die angegebene Mail-Adresse zurücksenden. Einige Tage nach Abschluss der Veranstaltung wird die Sammlung der Steckbriefe unter den Einreichenden zur Verfügung gestellt. Mit der Zusendung des Steckbriefs erklären Sie sich mit der Verteilung der Informationen einverstanden.

Vernetzungssteckbrief (PDF)

Ablauf & Formate

UhrzeitProgrammpunktErläuterungDokumentation
08.30 – 09.00 UhrTN kommen im Raum an und können sich austauschen  Nutzen Sie gerne die Gelegenheit, sich mit den anderen Teilnehmenden bekannt zu machen. 
09.00 – 09.10 UhrBegrüßungVorstellung des Veranstaltungsprogramms sowie der BULEplus-Veranstaltungsreihe "Kommunen im Austausch: Energiewende aktiv gestalten" der Kompetenzstelle Ländliche Entwicklung (KomLE) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). 
09.10 – 09.15 UhrGrußwort des Vor-Ort-PartnersVorstellung der Klimakommune Saerbeck 
09.15 – 09.35 Uhr  Einführung in das Thema informelle BeteiligungDie Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Frage, was informelle Beteiligung bedeutet. Zeitgleich erfahren Sie, warum diese wichtig ist und früh angesetzt, ein wichtiger Gelingensfaktor sein kann.Präsentation Hannah Schmude (PDF) & Videomitschnitt
09.35 – 10.05 UhrFachvortrag: Grundsätze der Beteiligung entlang des Projektverlaufs / Beteiligungs- und Kommunikationsplanung  Bei dem Wunsch nach mehr Beteiligung von Akteursgruppen vor Ort, stellt sich schnell die Frage nach dem richtigen Format.
Im ersten Fachvortrag erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über mögliche Formate entlang von Projektverläufen sowie Hinweise zur zeitlichen Planung.
Präsentation Frank Zimmermann (PDF) & Videomitschnitt
10.05 – 10.55 UhrÜbung: Erstellung eines Beteiligungsplans  Nur in Präsenz: Für Vor-Ort-Teilnehmende besteht im Anschluss an den ersten Impuls die Gelegenheit, das neue Wissen in einer praktischen Übung anzuwenden. 
10.55 – 11.15 UhrKaffeepause  Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit Fachkolleginnen und Fachkollegen sowie den anwesenden Expertinnen und Experten auszutauschen. 
11.15 – 11.45 UhrFachvortrag: Hinweise zum Umgang mit schwer erreichbaren Zielgruppen  Im Rahmen von Beteiligungs- und Kommunikationsformaten sollen möglichst alle relevanten Akteure erreicht werden. Bei schwer erreichbaren Zielgruppen stellt dies allerdings eine Herausforderung dar. Welche Akteure dies sein können und welche Möglichkeiten bestehen um diese Zielgruppen doch zu erschließen, erfahren die Teilnehmenden im zweiten Fachvortrag.Präsentation Benjamin Müller und Hannes Schuster (PDF) & Videomitschnitt
11.45 – 12.20 UhrEinblick in die Praxis: Bericht der Klimakommune Saerbeck zu Lessons Learned aus bisherigen Formaten und Ideen für zukünftige Projekte  Die Klimakommune Saerbeck hat den Bioenergiepark erfolgreich ins Leben gerufen - unter Beteiligung der Bevölkerung vor Ort.
In diesem Praxiseinblick erfahren die Teilnehmenden, unter anderem welche Formate sich bewährt haben und wie Saerbeck die Beteiligung der Bevölkerung für das nächste große Thema  "Wärmewende" gestaltet.
Präsentation Martin Sammler und Dr. Judith Stander-Dulisch & Videomitschnitt
12.20 – 12.30 UhrAbschluss  Das Veranstaltungsteam freut sich über Feedback zur Veranstaltung und gibt einen Ausblick auf weitere Angebote der Reihe. 
12.30 -14.30 UhrExklusiv für Vor-Ort-Teilnehmende: Mittagessen und Exkursion durch den Bioenergiepark  Nur in Präsenz: Vor-Ort-Teilnehmende haben die Möglichkeit den Fachaustausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie den Expertinnen und Experten beim Mittagessen fortzuführen. Zusätzlich gibt es im Anschluss an das Essen noch eine Führung durch den Bioenergiepark, um noch mehr über ds Großpojekt zu erfahren und Fragen hierzu zu klären. 

Details:

Datum:

Montag, 18. Mai 2026

Zeit:

9:00 - 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:Außerschulischer Lernstandort
"Saerbecker Energiewelten"
48369 Saerbeck

sowie virtuell über Zoom